4. Fahrt - Osterwochenende

15.-17. April 2022


Während sich in der Schweiz alle auf Ostern vorbereiteten, waren wir die Osterhasen für die Ukrainer.


 

 

Mit zwei vollen Bussen fuhren wir am Karfreitag, dem 15. April 2022 los. Das erste Ziel war ein spontaner Zwischenhalt mitten in der Nacht in Budapest, um Kraft zu tanken und die Ruhe dieser wundervollen Grossstadt zu spüren.

 

Danach ging es ohne Halt weiter bis nach Sobrance nahe der polnisch-ukrainischen Grenze. Dort hiess es, wie schon beim letzten Mal, zuerst abwarten, bis unsere Kontaktperson kam und die Güter für den Transport in das Landesinnere umgeladen wurden.

 


 

 

 

Da wir beim letzten Mal in Sobrance wenig Rückmeldungen erhielten, was Transportunterstützung von Menschen anbelangt, nahmen wir im Vorhinein bereits mit einer Hilfsorganisation in Przemysl Kontakt auf: Swiss Desk nehmen geflüchtete Menschen auf und sorgen in einem riesigen Flüchtlingscamp in Polen für erste Unterstützung sowie Übernachtungsmöglichkeiten.


 

 

Bevor wir aber nach Przemysl fuhren, gingen wir von Sobrance direkt nach Medyka. Dort warteten auf uns eine Mutter mit ihrer 6-jährigen Tochter sowie vier Katzen, darunter zwei kleine Baby Kätzchen. 

Von da aus fuhren wir zum Flüchtling-Camp in Przemysl. Bei dieser Fahrt nahmen wir zum ersten Mal Flüchtlinge mit uns, mit welchen wir noch keinen Kontakt hatten oder noch keine Gastfamilie fanden. Mit Hilfe der Swiss Desk konnten wir eine Mutter mit ihren zwei Töchtern sowie einen alleinstehenden Mann, welcher Sehbeeinträchtig ist, inklusive seinem Hund, mit uns nehmen.


Da wir noch keine Gastfamilie für diese vier Menschen und den Hund hatten, war es eine intensive Rückreise, bei der verschiedene Abklärungen notwendig waren. Letztlich fanden wir jedoch eine Gastfamilie, welche sich bereit erklärte, am Ostersonntag diese vier Menschen inklusive des Hundes bei sich aufzunehmen. Wir staunen immer wieder, wie hilfsbereit die Menschen sind und wie viel Glück wir bisher hatten, dass wir jederzeit eine passende Lösung fanden. 


Nach insgesamt 52 Stunden Fahrt kamen wir am Nachmittag des Ostersonntags in der Schweiz an und konnten alle Menschen und Tiere an ihre Gastfamilie übergeben.

 



Wir wussten, dass der Aufenthalt bei der auf der Reise gefundenen Gastfamilie nur als Probezeit gilt. Weshalb wir nach der Ankunft in sehr engem Austausch standen. Nach zwei Wochen intensivem Kontakt konnten wir für die Mutter mit ihren zwei Kindern eine langfristige Lösung finden: Sie erhielten eine eigene Wohnung in Grosswangen. Und der Mann mit seinem Hund eine Bleibe im Nachbardorf.

 

Die letzten Wochen war wir stark damit beschäftigt, für die mit uns gekommenen Flüchtenden da zu sein und all die Aufgaben zu übernehmen, welche sonst die Gastfamilien übernehmen würden: Dafür gilt ein grosses Dankeschön von ganzem Herzen, allen Menschen, welche solche Dinge ermöglichen.